Sonntag, 11 Oktober 2009

Lesezeichen spezial: Frankfurter Buchmesse 09

Von Sylia Heiberg

Alle Jahre wieder ruft die Frankfurter Buchmesse die Fans des gedruckten Wortes zum Gipfeltreffen. Ehrengast 2009 ist China. Also: Was schreibt man denn so im Fernen Osten? Unsere Autorin Sylia hat sich vorab eingelesen und stellt euch vier Bücher vor

Keine Angst: es geht nicht nur um Reis. Zwar wird in allen getesteten Büchern viel und gut gegessen, aber zwischendurch passieren auch andere spannende Dinge.
 
Hong Ying legt mit „Die Konkubine von Shanghai“ ein Epos des organisierten Verbrechens hin, das vor Leidenschaft bebt.

Auch „Taschendiebe“ von Liu Zhenyun widmet sich dem Gangstertum, allerdings weniger ernst und vor modernerer Kulisse.

Der Feng Shui-Detektiv“ von Nury Vittachi ermittelt in ganz Asien und zeigt einen satirisch überzeichneten Ost – West – Konflikt.

Und auch Xu Zechen, dessen Roman „Im Laufschritt durch Peking“ führt, berichtet nicht von gesetzestreuen Bürgern.
 
Was für ein Asienbild wird uns da eigentlich vermittelt? Der Riesenkontinent im Osten als Heimat von lauter schweren Jungs, die bei Widerspruch Knochen brechen und sich ansonsten beim Leben selbst bedienen?
 
So schlimm ist es natürlich nicht. Doch der ältere Teil der Alten Welt wird seit über hundert Jahren von einer Entwicklung überrollt, die für die Gesellschaft schwer zu verkraften ist. Das Tempo, mit dem die jahrtausendealten Kulturen dort mit der Begegnung mit dem vermeintlich aufgeklärten Westen überrollt wird, hat jedoch große Verwirrung gestiftet.

Keine literarische Form drückt dieses Chaos so gut aus wie der Kriminalroman, wo zwangsläufig alle Werte hinterfragt werden. Gut für die deutschen Leser: Was in diesem Jahr an Neuerscheinungen aus China zu uns herüber schwappt, ist in jedem Fall ein Riesenspaß.

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