Mittwoch, 08 Juli 2009

Interview: Michael Reinicke von Mitfahrgelegenheit.de

Die Fragen stellte Stephan Thomas

Dr. Michael Reinicke ist Gründer und Geschäftsführer der Website Mitfahrgelegenheit.de. Die Seite existiert seit April 2001 und ist inzwischen die größte deutsche Mitfahrzentrale im Internet. 700.000 Fahrer sind dort registriert und bieten Mitfahrmöglichkeiten an. Das Prinzip: Jemand unternimmt eine Fahrt (beispielsweise von Berlin nach München) und bietet die freien Plätze in seinem Auto zur Mitfahrt an. Mitfahrer melden sich bei Interesse bei dem Fahrer an und teilen sich die Benzinkosten für die gefahrene Strecke. Allerdings gibt es bei Mitfahrgelegenheit.de und anderen Mitfahrzentralen auch Fahrer, die rein auf Gewinn aus sind. Dr. Michael Reinicke erklärt im Interview, wie Mitfahrer solche Angebote erkennen und sich davor schützen können.

mymercury.de: Von wem wird die Seite Mitfahrgelegenheit.de am meisten genutzt?
Dr. Michael Reinicke: Ungefähr 40 Prozent der registrierten Nutzer sind Studenten, die oft über kein eigenes Auto verfügen. Aber es gibt inzwischen genauso viele Angestellte, die über unsere Seite Mitfahrgelegenheiten suchen oder anbieten. Die Nutzer schätzen die Mitfahrmöglichkeiten als Alternative zum Bahnfahren und zu den hohen Benzinpreisen.

Im vergangenen Jahr gab es viele Angebote von Fahrern, die mit Kleinbussen zwei- oder dreimal pro Tag lange Strecken durch Deutschland fuhren und an ihren Mitfahrern viel Geld verdienten...
Michael Reinicke:
Das trifft nur auf wenige der Fahrer zu, die bei uns registriert sind. 80 Prozent der Fahrer sind Pendler oder Reisende, die sich über die Mitfahrmöglichkeit nur die Benzinkosten mit anderen teilen.



Wie kann ich denn als Mitfahrer vorher herausfinden, ob der Fahrer zuverlässig ist?
Michael Reinicke:
Sie können beispielsweise auf dem Profil des Fahrers sehen, wie lange er schon bei uns registriert ist. Wer schon länger dabei ist, ist meistens auf Gewinn aus. Außerdem können Mitfahrer sich bei uns über Fahrer beschweren. Fahrer, über die mehrere Beschwerden eingehen, kommen bei uns auf die schwarze Liste, die jeder einsehen kann.

Es gab Fälle von Monatskartenbesitzern, die die Mitfahrt auf ihrem Ticket illegal auf Mitfahrgelegenheit.de zum Verkauf angeboten haben. Müssten die Inserate nicht strenger überprüft werden?
Michael Reinicke:
Wir versuchen, so etwas auszuschließen. Es gibt ein Team von Leuten bei uns, das die Inserate stichprobenartig überprüft. Angebote wie die der Monatskarten-Schlepper werden natürlich sofort gelöscht.

Was wird es in diesem Jahr für neue Features auf Mitfahrgelegenheit.de geben?
Michael Reinicke:
Wir werden bei den Inseraten eine Option hinzufügen, mit der die Anbieter kennzeichnen können, ob sie eine Mitfahrgelegenheit oder ein Bahnticket zum Verkauf anbieten. Unsere Seite haben wir zwar für Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto konzipiert, allerdings bieten immer mehr Leute Tickets für Bahnfahrten an. Das hat nichts mit den Fällen zu tun, bei denen illegal Mitfahrplätze auf Monatskarten verkauft wurden. Wir wollen es für den Nutzer auf einen Blick erkennbar machen, ob das Angebot eine Mitfahrgelegenheit oder eine Zugfahrt beinhaltet.

© born-to-be-reporter.de „On Air“ 07/2009

Bisher 3 Antworten auf Michael Reinicke von Mitfahrgelegenheit.de


In Kommentaren blättern

Seite 1 

Dienstag, 08.September, 2009 um 20:39

Franziska sagt:

Ein Tipp für Studenten: Bei Studivz gibt es jede Menge Gruppen, die Mitfahrgelegenheiten unter Studenten vermitteln.


Dienstag, 21.Juli, 2009 um 18:17

Ellinor eine Seniorin 74 J. sagt:

vielen Dank Mfg. ich nutze regelmäßig Freiburg-Köln und zurück, hatte immer Super Fahrer und den Tipp auch weitergegeben Ich melde mich an mit " Studentin im 37 igsten Semester".


Dienstag, 21.Juli, 2009 um 18:14

Ellinor eine Seniorin 74 J. sagt:

vielen Dank Mfg. ich nutze regelmäßig Freiburg-Köln und zurück, hatte immer Super Fahrer und den Tipp auch weitergegeben Ich melde mich an mit " Studentin im 37 igsten Semester".





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